MIT DIR ZUSAMMEN

'mit dir zusammen' - Foto: Frank Domahs
Foto: Frank Dohmas

Aus unserer Zeit beim „theater monteure“ mitgenommen:

mit dir zusammen

Tanztheater über Fremde und Freunde
für Kinder von 2-6

Es beginnt mit zwei Fremden auf der Bühne, die erstmal gar nichts miteinander anfangen können. Sie sprechen zwei ganz unterschiedlich klingende Sprachen, möchten andere Spiele spielen und außerdem haben sie sowieso ganz verschiedene Temperamente. Aber sie sind neugierig aufeinander und versuchen mutig sich über alle Hürden hinweg anzunähern und dabei allerlei Missverständnisse und Umwege in Kauf zu nehmen.

Eine Tänzerin und eine Spielerin lassen diese Geschichte lebendig werden: Statt konkreter Sprachen nutzen sie den emotionalen Klangausdruck ihrer Phantasiesprachen, sprechen mit Händen und Füßen und verständigen sich mit Tanz und Gesang.
So erzählen Judith Nüßler, Andrea Lucas und die von Thomas Marey komponierte Musik in mit dir zusammen davon, wie man über (Sprach-) Grenzen hinweg den Weg zueinander finden kann und Freundschaft beginnt.
Dabei werden auch die anfängliche Fremdheit sowie die damit verbundenen Sehnsüchte und Ängste besonders für die jungen Zuschauer emotional nachvollziehbar gemacht.
Denn das humorvolle und poetische Stück setzt dabei ganz auf die intuitiv verstehbaren Phantasie- und Körpersprachen und bietet so einen Raum zum Wiedererkennen und Weiterspielen.

von und mit Andrea Lucas und Judith Nüssler
Komposition: Thomas Marey
Regie: Britta Lieberknecht

mit dir zusammen wurde als eines der zehn besten Stücke aus NRW eingeladen zum Theatertreffen NRW für Junges Publikum „westwind 2016“.

Begründung der Auswahljury:

Eine archetypische Situation: Zwei Menschen, die nicht dieselbe Sprache sprechen, aber lernen müssen, miteinander umzugehen. Sie durchlaufen erwartete und unerwartete Phasen des Zusammenseins, reden miteinander und gegeneinander, bewegen sich miteinander und gegeneinander, gestalten miteinander und gegeneinander. Mit viel Humor, aber auch ohne Scheu vor Ernsthaftigkeit spielen Andrea Lucas und Judith Nüßler diese Szenarien der Begegnung.
Am Ende lernen auch die Allerjüngsten im Publikum, dass es nicht darum geht, eine gemeinsame Sprache zu sprechen: Einigung ist immer möglich und immer notwendig.

Hans Dreher, Andrea Kramer, Christian Schönfelder (Auswahljury „westwind“ 2016)

 

Darüber hinaus hat es auf den Festivals Starke Stücke und Kaleidoskop / Hessen sowie bei den Glanzstücken in Hanover gastiert.
Internationale Festivaleinladungen gab es nach Luaga & Losna in Österreich sowie nach Linz / A.
Es gastierte sowohl in Kitas als auch in Theatern und Bürgerhäusern und war bei unterschiedlichen Veranstaltern insbesondere im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ zu Gast.

Pressestimmen:

Kölnische Rundschau
‚Kleine Mittel, großer Charme‘

Die eine hat ein dickes Seil, die andere ein dünnes. Einander erst mal beim Spielen zugucken und schön nachmachen, was die Neue mit ihrem Strick vormacht, das geht und ist auch ziemlich lustig. Aber die redet so komisch, das versteht man ja gar nicht.
Mit „mit dir zusammen“ machen sie (…) Kindergartenkindern Mut, es mit dem Kennenlernen zu probieren – auch wenn das neue Kind vielleicht eine ganz fremde Sprache spricht. Oder andere Lieder singt. In einer knappen Dreiviertelstunde zeigen Spielerin Andrea Lucas (…) und Tänzerin Judith Nüßler mit kleinen Mitteln und poetischem Charme, dass eine Freundschaft
entstehen kann, auch wenn Ich und Du sehr verschieden sind.

Um alle kleinen Zuschauer gleichermaßen zu erreichen, setzen sie mit Verve eine witzige Fantasiesprache ein, die man genauso intuitiv versteht wie die Bewegungen. Die beiden Fremden tasten sich aneinander heran: Erst macht man sich über den Namen lustig, dann spinnt die eine vorsichtig ein kleines Haus aus Fäden zwischen den Armen und Beinen der anderen und kuschelt sich hinein. So einfach ist es aber auch wieder nicht – beim Singen will keine auf die andere hören, bis es Streit gibt und dann kein Wort mehr. Sehnsucht, Neugier, Angst und Wagemut brauchen Platz in einer Freundschaft ohne Grenzen. Am Ende haben die auf der Bühne aus ihren Fäden aber für sich „ein großes Zelt gebaut“, wie ein Junge (…) bemerkt.
Das ist so schön, dass ein anderer sich spontan dem Tanz der beiden nach der Musik von Thomas Marey anschließt.

Brigitte Schmitz-Kunkel / Kölnische Rundschau, 05. 11. 2015